Kuscheln mit Fremden

Shownotes

Wer hier in Nürnberg Intimität und Nähe ohne Sex sucht, findet bei Melanie Fritz die richtige Gruppe dafür. Sie veranstaltet regelmäßig Kuschelparties bis in die späten Abendsstunden. In der neuen Podcastfolge erklärt sie, warum körperliche Nähe so wichtig ist und wie man lernt, Grenzen zu setzen.

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00:00:08: Heiß und innig, der intime Podcast des Verlachs

00:00:13: Nürnberger Presse.

00:00:20: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Heiß und Innig, dem intimen Podcast des Verlachs Nürnberger Presse.

00:00:25: Mein Name ist Christian Irbern.

00:00:27: Und mein Name ist Veronica Ivanjes.

00:00:30: Wir haben heute einen spannenden Gaster.

00:00:32: Sie war schon mal bei uns und zwar ist es die Melanie Fritz.

00:00:35: Melanie Fritz ist Sexologin.

00:00:38: Außerdem bietet sie verschiedene Kurse an, unter anderem erotische Massagen.

00:00:43: Aber, und deswegen ist sie heute noch mal da, sie bietet auch in Nürnberg Kuschelpartys an.

00:00:49: Etwas ja immer noch ein bisschen Ungewöhnliches.

00:00:53: Erst mal Hallo Melanie.

00:00:54: Hallo, ich freue mich sehr, dass ich wieder da bin und ich finde auch, ich liebe ja das Thema Kuscheln und ich bin sehr froh, dass wir ein Podcast mal darüber machen.

00:01:02: Schön, dass du da bist.

00:01:05: Also ich persönlich kenne ja so den Begriff Kuschelparty aus so größeren Städten, so Berlin, Köln.

00:01:12: Jetzt würde mich direkt mal interessieren, was war denn dein erster Berührungspunkt damit?

00:01:16: Also wie bist du da drauf gekommen?

00:01:19: Also ich mache die Kuschelabende schon lange tatsächlich hier im Großraum.

00:01:25: Nächstes Jahr werden es zwanzig Jahre.

00:01:27: Und vor zwanzig Jahren kam die erst mal so tatsächlich das erste Mal nach Deutschland.

00:01:31: Und ich habe darüber einfach ein Artikel gelesen und dachte mir, wie cool.

00:01:36: Und da gab es halt überhaupt nichts hier in diesem Großraum, gab es da nichts.

00:01:41: Und ich bin dann tatsächlich ein paar Monate so ein bisschen herum gelaufen und hatte mir das angeschaut.

00:01:48: Und bin dann das erste Mal nach Frankfurt gefahren.

00:01:50: Ich hatte mir damals eine Freundin geschnappt und habe gesagt, ich würde mir das gerne anschauen.

00:01:54: kommen doch mit, da musste ich sie erst ein bisschen überreden und dann sind wir da zusammen hingefahren und haben uns die Kuschelparty in Frankfurt angeschaut.

00:02:02: Das war damals bei der Rosi Döbner und die hat eben auch die Ausbildung gemacht und ich fand das so cool.

00:02:07: Dann habe ich die Ausbildung bei ihr gemacht und habe mir gedacht, das machen wir einfach jetzt auch mal in Mittelfranken.

00:02:13: Das heißt, wenn ich da jetzt schon einen Haken darf, es gibt eine richtige Ausbildung quasi für das Kuscheln, oder?

00:02:19: Ja,

00:02:19: genau, also fürs Leiten so.

00:02:22: Weil wir natürlich mit vielen Themen da auch zu tun haben und es gut ist, wenn man ein bisschen Hintergrund hat und eine Idee hat, wie man mit bestimmten Situationen auch umgeht.

00:02:31: Weil natürlich kann es sein, dass jemand überfordert ist, dass jemand mal emotional wird.

00:02:37: dass manchmal auch jemand nicht so gut mit seinen eigenen Grenzen umgehen kann oder mit den Grenzen von jemand anders.

00:02:46: Und dann ist es schon gut, wenn man so eine Idee hat, was man damit machen kann.

00:02:51: Und natürlich auch, wie man so ein Abend aufbaut und solche Sachen.

00:02:54: Okay, super spannend.

00:02:55: Also, das kann ich mir auch vorstellen, dass ich grad in Phasen, wo die vielleicht so ein bisschen schwieriger sind oder so, braucht man ja diese körperliche Nähe sehr.

00:03:06: Und ich kann mir auch vorstellen, dass vielleicht Menschen dann gerade zu so einer Kuschelpartie kommen, die das gerade sehr gut gebrauchen können und denen es vielleicht auch nicht unbedingt nur gut geht.

00:03:15: Also vielleicht holt es dann ja auch Emotionen irgendwie hoch.

00:03:18: Ja, genau.

00:03:19: Also es sind oft Menschen.

00:03:21: Ich sage jetzt mal so, ich habe schon viele Wiederholer, sage ich jetzt mal, die sehr regelmäßig kommen, egal in was für eine Lebensphase sie sind, weil sie einfach wissen, dass ihnen das gut tut und es ist so ein bisschen sowieso ein soziales Netzwerk auch manchmal.

00:03:36: Aber Leute, die natürlich neu dazukommen, haben oft so dieses Gefühl oder auch eine Situation, wo sie einfach sich mehr nähe und Kontakt wünschen, aber jetzt sich vielleicht weder Beziehung noch sechs sich wünschen, sondern einfach sich mal anlehnen wollen oder eben sich mal in den Arm von jemandem legen wollen, ohne dass daraus automatisch ein nächster Schritt kommt.

00:04:01: Und das ist natürlich schwierig, das sonst zu finden.

00:04:03: Aber ja, das sind solche Situationen, wo Menschen durchaus damit in Kontakt kommen.

00:04:08: Das heißt, es hat ausdrücklich keine sexuelle Komponente, sondern es geht einfach nur um körperliche Nähe.

00:04:13: Genau,

00:04:14: genau.

00:04:14: Also die sexuelle Komponente ist da tatsächlich ausgeschlossen.

00:04:20: Blöde Frage, weil ich mir das so ein Szenario schwer vorstellen kann.

00:04:23: Wie schließt man sowas aus?

00:04:24: Also ich meine, wie schließt ihr aus?

00:04:28: oder wie schließt du aus, dass jemand dann vielleicht in dieser Nähe doch anfängt ein bisschen übergriffig zu werden, weil es mit ihm so ein bisschen durchgeht?

00:04:37: Also einmal haben wir ganz klare Regeln, die auch an jedem Abend noch mal gesagt werden.

00:04:44: Wir haben natürlich dadurch, dass wir relativ viele Wiederholer auch bei uns haben, also eine relativ feste Gruppe.

00:04:52: kriegen wir das relativ schnell mit, wenn jemand übergriffig ist.

00:04:55: Und so jemand kriegt dann einfach die gelbe Karte erst und dann die rote Karte.

00:05:00: Es passiert nicht sehr oft, weil die Leute, die was anderes suchen, die gehen da auch nicht so unbedingt hin.

00:05:07: Die gehen eher woanders hin.

00:05:10: Und dann ist es so, dass ich zum Beispiel beim Kuscheln durchaus die ganze Zeit außen sitze und beobachte.

00:05:19: Und wenn mir was auffällt, gehe ich auch direkt hin, spreche es an, ermögliche es dann auch damit manchmal einer Person reagieren zu können oder so.

00:05:32: Aber ich beobachte da schon, ich halte da schon den Raum und schaue, dass das auch safe ist.

00:05:40: Auszuschließen ist es natürlich nie, weil ich auch krieg auch nicht alles mit.

00:05:45: Aber deshalb machen wir ja auch viele Vorübungen, wo die Leute auch lernen, sich klar zu artikulieren oder so.

00:05:50: Es ist ja nicht so, dass die hinkommen und dann heißt es so, jetzt jippie hier auf die Matten und jetzt wird gekuschelt oder so, sondern die lernen ja auch vorher, die Leute in den Vorübungen kennen die anderen.

00:06:02: und lernen auch, sich klar zu artikulieren, also nein zu sagen, ja zu sagen, oder wie sage ich denn das überhaupt, ja?

00:06:10: Oder wie bekomme ich dann sich einen Rahmen dafür?

00:06:13: Wie muss ich mir so eine Vorübung vorstellen, wo die Menschen dann lernen, also die Menschen, die sich ja teilweise vielleicht nicht kennen, wie lernen die in so einer Vorübung dann miteinander zu kommunizieren und Grenzen zu setzen?

00:06:23: Also wir machen zum Beispiel Übungen, wo die ganz klar... benennen, mit relativ viel Wechseln, also wo sie mit verschiedenen Menschen in Kontakt sind, wo sie zum Beispiel benennen können, wie will ich für drei Minuten am Rücken berührt werden?

00:06:39: Schon allein, das ist für viele schon mal eine Herausforderung.

00:06:41: Also nicht nur zu sagen, mach mal, ja, so, sondern genau das zu benennen und eben auch dann auf den anderen zu hören.

00:06:51: oder auch wir haben so ganz verschiedene Übungen.

00:06:53: Wir haben so ein Ampelspiel zum Beispiel, weil es manchmal eben schwierig ist, wie sage ich denn das?

00:06:58: Und es gibt so etwas wie ein Ampelspiel, wo man mit Farben arbeitet, weil das nicht so eine hohe Hemmschwelle hat, wie jetzt zu sagen, das ist mir zu nah oder so, dann sagst du einfach gelb, so.

00:07:09: Und dann weiß der andere, okay, das ist jetzt nicht so.

00:07:11: Und das sind so Sachen, die kann man natürlich dann auch rübernehmen, ins Kuscheln, wenn ich diese Farben kenne.

00:07:17: Und ich sage dann zu jemandem, gelb oder rot, dann weiß der andere U, das ist jetzt gerade so nicht gerade im grünen Bereich.

00:07:27: Und dafür sind die Vorübungen da, dass die Leute das üben.

00:07:30: Und natürlich ist es auch ein Prozess, ja.

00:07:32: Am Anfang ist es eher mal ungewohnt.

00:07:35: Und je öfters die Leute da sind, desto selbstverständlicher wird es, ja.

00:07:39: Weil wir natürlich auch aus einer Gesellschaft kommen, wo nein, nicht so jippie-yay, super akzeptiert wird.

00:07:45: Oder womit wir auch so mit einer Selbstverständlichkeit aufwachsen.

00:07:49: Das ist oft was, was wir echt üben müssen.

00:07:52: Und da ist dann oft so eine Wiederholung auch gut.

00:07:58: Ich war vor ein paar Monaten mal beim Contact Dance und das ist ja auch, also für alle, die es nicht kennen, da tanzt man miteinander und das ist so sehr spielerisch, aber auch sehr nah.

00:08:09: Also viel, viel Körperkontakt, viel so hochheben oder übereinander drüber rollen oder wie immer.

00:08:15: Und ich dachte mir so, ich bin da doch total aufgeschlossen und das ist doch überhaupt kein Stress für mich.

00:08:19: und dann bin ich da hin und da habe ich auch... diese Überforderung so ein bisschen gespürt, von der du jetzt gesprochen hast, dass mich das irgendwie, obwohl es null sexuellen Kontext hatte, niemand war jetzt irgendwie mit böser Intentionen über Grafik, aber

00:08:36: das ich

00:08:36: da auch gemerkt hatte, okay krass, also wie ungewohnt so vielen Menschen, die man gar nicht kennt, so nah zu sein irgendwie.

00:08:46: Wie geht man denn dann damit um, wenn sich jemand so fühlt?

00:08:50: Ja, also wir machen, also auch das ist natürlich eine Übungssache.

00:08:53: Und ich sage jetzt mal, ich mache jetzt mal noch mal so ein Bogen zu Corona, weil wir einfach auch aus einer Zeit kommen, wo wir ja auch über eine längere Zeit uns eingedrichtert wurde, dass Nähe gefährlich ist.

00:09:07: Also so in Anführungszeichen.

00:09:10: Und das macht natürlich was mit dem ganzen System und natürlich auch mit dem, wie du aufgewachsen bist.

00:09:17: Das ist eine Übungs- und Trainingssache tatsächlich.

00:09:21: Und ich sage jetzt mal so, bei den Kuschelabenden kannst du dir ja zum Großteil, also wenn es jetzt gerade um den Kuschelteil zum Beispiel geht, auch aussuchen, mit wem du kuschelst.

00:09:32: Und da ist es zum Beispiel durchaus so, dass für viele Frauen, wenn ich jetzt mal von Frauen ausgehe, dass es für viele Frauen zum Beispiel einfacher ist, erst mal mit Frauen zu üben.

00:09:45: Weil für uns Frauen Kontakt mit Frauen erst mal nicht so sexualisiert ist.

00:09:50: erstens und zweitens wir uns da sicherer fühlen und da können wir dann sozusagen kannst du dann anfangen ein bisschen zu üben und dann ist so langsam zu erweitern also so wie wir auch alles andere üben und lernen.

00:10:03: also klein schritt.

00:10:04: ich sage ich immer und natürlich kannst du jederzeit einfach merkt da ist es manchmal auch einfacher du kannst jederzeit halt auch wenn du merkst hier ist was zu viel gehst du einfach an rand und machst eine pause oder setzt mal eine übung aus.

00:10:16: das geht ja auch jederzeit.

00:10:19: Jetzt hast du schon Corona angesprochen, dass das uns so krass geprägt hat als Gesellschaft.

00:10:25: Warum glaubst du noch, dass das so guten Anklang findet, liegt es an Deutschland?

00:10:32: Also, dass wir Deutschen einfach so ein bisschen, was Körperkontakt betrifft, vielleicht so ein bisschen distanzierter sind als, weiß ich nicht, vielleicht weiter im Süden.

00:10:41: Oder glaubst

00:10:42: du,

00:10:44: dass sich unsere... Gesellschaft generell dahingehend entwickelt, dass alles ein bisschen digitaler, ein bisschen anonymer distanzierter wird?

00:10:54: Also ich glaube, es sind tatsächlich beide Sachen, die du ansprichst.

00:10:58: Ich glaube schon, dass es Gesellschaften gibt, die körpernäher sind.

00:11:01: Also ich mache mal einen weiteren Sprung.

00:11:04: Ich habe mal sehr lange früher mit Filipinos zusammengearbeitet und da war es vollkommen normal, dass auf einem Sofa normalerweise drei Menschen sitzen, dass da immer neun Menschen drauf sitzen.

00:11:13: Das war vollkommen normal.

00:11:15: Das ist was, so viel Nähe kennen wir in Europa und in Deutschland nicht so.

00:11:22: Und wir sind schon generell eher distanzierte.

00:11:25: Die Mittelfranken finde ich jetzt im Gegensatz zu anderen deutschen Teilen auch nochmal.

00:11:31: Und natürlich ist es auch so was, wo wir durch dieses Digitalisieren oft zu diesem menschlichen Kontakt immer mehr verlieren.

00:11:44: Also ich sage jetzt mal, bei manchen Menschen wird das Handy mehr gestreichelt als der Partner.

00:11:49: Und das ist halt schwierig, da fehlt uns was, weil wir wissen, dass Körperkontakt einfach ... wichtig ist für das Immunsystem, für unser Glück, für unser Fühlen, also für das ganze Menschsein.

00:12:04: Und die Tendenz geht ja schon in den letzten Jahrzehnten immer mehr in eine körperferne Reform, also wo wir oft mit Leuten nicht mehr direkt reden.

00:12:17: Also so dieses Ding, wir schreiben mehr WhatsApp anstatt mal auf den Knopf von Anruf zu drücken und mal mit jemandem richtig zu reden oder uns mit jemandem zu treffen oder so.

00:12:30: Von daher wird die Diskrepanz immer größer und gleichzeitig die Sehnsucht immer größer und gleichzeitig aber auch so der Abstand des, was du vorher angesprochen hast.

00:12:40: Dieses Ungewohnte wird halt auch größer.

00:12:43: in einer Familie oder in einer Gesellschaft bist, wo es total viel Körperkontakt hat, dann bist du das sehr gewohnt.

00:12:52: Aber desto größer wird halt so der Gap davon.

00:12:58: Jetzt haben wir schon ganz viel darüber gesprochen, wie sich andere eventuell bei deinen Kuschelabenden fühlen und wie du das anleitest.

00:13:06: Jetzt würde mich aber doch interessieren, wie war es denn für dich das allererste Mal mit jemandem ganz fremdem zu kuscheln?

00:13:15: Ja, also das, was du gesagt hast, erstmal auch ein bisschen ungewohnt.

00:13:19: Ich habe mir davor auch selber viele Gedanken gemacht.

00:13:22: Also das war jetzt nicht so, dass ich so gesagt habe, jippie, sondern es war irgendwie schon, gab viele andere Stimmen auch.

00:13:29: So dieses Ding so, habe ich das nötig dahin zu gehen, oder eben auch so diese Angst, okay, und was ist, wenn mir da jetzt jemand zu nahe kommt, ja, also kann ich mich dann tatsächlich da auch gut wehren oder kann ich da mich gut auch artikulieren, also wären ist ja vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, aber artikulieren oder gut für mich sorgen oder so.

00:13:52: Und im Endeffekt war es dann aber so, dass ich mich da total pudelwohl gefühlt habe.

00:13:58: Und das ist mir da sehr gut ging.

00:14:00: Also eben auch mit den Vorübungen, mit dem Kuscheln an sich und ich da wirklich, ich würde mal sagen, so ein bisschen Glückshormon verstrahlt wieder rausgegangen bin.

00:14:11: Und das ist das, was ich einfach auch wirklich sehr oft beobachte bei den Kuschelabenden, die ich mache.

00:14:17: Wie ist es im Kontakt mit den anderen Menschen dort?

00:14:19: Also erst ist man sich quasi fremd und danach ist da dann eine Nähe da.

00:14:25: oder ist es dann so, danach man schüttelt sich die Hände und ist so okay, vielleicht bis auf Nimmer wiedersehen.

00:14:34: Ich glaube, das ist auch eine sehr persönliche Struktursache.

00:14:40: Es gibt einfach Leute, die danach einfach sehr, sehr nah sind, die sowieso eher körperlicher sind und die, wo auch durchaus Freundschaften entstehen oder wo die Leute dann, wenn sie sich eben wiedersehen, schon gleich hippie jähe begrüßen oder so.

00:14:53: Und es gibt durchaus Leute, die eher auch distanzierter sind, auch beim kuscheln oder so.

00:14:59: Und von daher würde ich sagen, da ist die Bandbreite groß, da gibt es alles.

00:15:04: Wenn ich da kurz einhaken darf, wie kuschelt man distanziert?

00:15:08: Was meinst du mit Menschen, können beim Kuscheln auch distanziert sein?

00:15:12: Es gibt Leute, die beim Kuscheln am Rand liegen und eher nicht so full-body-Contact machen, sondern eher so, wo ein Abstand ist.

00:15:24: Ich kann ja auch kuscheln, indem ich nur Kontakt mit einer Hand habe mit jemand anderen.

00:15:30: Wo ich zwar schon Körperkontakt habe, aber nicht so viel.

00:15:34: Und es gibt eben Leute, die lieben das so in der Mitte zu liegen und irgendwie, wo du dir denkst, da passt jetzt nicht mal mehr irgendwie ein Platt Papier dazwischen oder so.

00:15:43: Also die dann auch mit ganz vielen Leuten in Kontakt sind dabei.

00:15:47: Und es gibt Leute, die brauchen immer dann ein bisschen mehr Körperabstand oder so.

00:15:51: Das kann man von außen auch sehr gut beobachten.

00:15:54: Also da gibt es durchaus, und das kann ja jeder für sich eben zum Glück eben auch so einrichten, wie er das braucht.

00:16:01: Hast du dann sowas wie Stammpublikum, also Menschen, die immer und immer wieder kommen?

00:16:05: Ja, also ich habe durchaus bei den Abenden, würde ich mal sagen, ist inzwischen so, dass zwei Drittel bis drei Viertel Wiederkehrer sind und dann immer ein paar Neue dazukommen.

00:16:19: Und du hattest vorhin schon so ein paar Sachen genannt.

00:16:24: Kuscheln ist gut fürs Immunsystem.

00:16:27: Wahrscheinlich auch gut für die Psyche.

00:16:29: Magst du das noch mal ein bisschen ausführen, was für was Kuscheln alles gut ist?

00:16:34: Also, es gibt schon Studien auch dazu, dass eben über Kuscheln, also über den Körperkontakt, der nähernd ist.

00:16:43: und wo halt nicht sozusagen irgendeine Forderung dahinter steht oder ein gewünschtes Ergebnis oder so sage ich jetzt mal, was wir oft in der Sexualität haben, was dann wieder ein Stress macht, sondern einfach so dieses einfach sich nahezu sein und gute Berührungen zu bekommen.

00:17:02: da wissen wir, dass darüber eben Stress abgebaut wird, dass der Blutdruck sinkt, dass Glückshormone ausgeschüttet werden, also Serotonin und Oxytocin, also die, die uns dann einfach auch so glücklich machen.

00:17:13: Und es ist inzwischen auch so, dass man eben weiß, dass wir da eben sehr gut das auch üben können, von Nähe und Distanz oder uns zu artikulieren.

00:17:23: Und das macht ja was auch mit der psychischen Gesundheit.

00:17:25: Das sind manchmal Sachen, die eben Nicht so einfach sind für Leute, die das üben wollen, das in der Beziehung zu üben, weil da gleich so viel auf dem Spiel steht.

00:17:37: Und deshalb kann so ein Kuschelabend auch dafür ein gutes Übungsfeld sein, weil da gehe ich ja kein Risiko in Anführungszeichen ein.

00:17:45: Da kann ich zu jemandem sagen, nee, das ist mir jetzt zu nah oder nee, ich will das nicht mit dir machen, weil das ist ein klarer Raum.

00:17:53: Da kann ich das mal ausprobieren.

00:17:54: oder ich kann mal beim Kuscheln sagen, Auch ist ganz nett hier, aber ich guck mal, was es sonst noch gibt.

00:18:00: Es kann ich ja in der Beziehung meistens nicht so machen, um zu sagen, ich schau mal, was es da noch gibt, vielleicht komme ich wieder, vielleicht auch nicht.

00:18:09: Und das ist was, was uns durchaus dann halt auch mehr Freiheit gibt und damit auch mehr Gesundheit, weil ich vielleicht lerne, mich zu entfalten.

00:18:21: Also insofern ist es einmal die Hormonebene, aber auch die Persönlichkeitsentwicklung an vielen Stellen auch.

00:18:30: und halt einfach auch so dieses Gefühl, sage ich jetzt mal, von dem sozialen Feld zu haben.

00:18:36: Wir wissen ja, dass so soziale Kontakte für uns wichtig sind.

00:18:40: Und für viele ist es auch so ein Anlaufpunkt inzwischen, wo sie einfach wissen, da haben sie ihre Community, da treffen sie Leute, da wird dann auch so in den Pausen tauschen, die sich aus oder entstehen auch Freundschaften, die zusammenspazieren gehen, miteinander reden oder so.

00:18:53: Also auch dafür kann es durchaus einen gesundheitlichen Aspekt haben.

00:18:59: Ja, verschön.

00:19:00: Also, zum einen so dieses soziale Miteinander und auf der anderen Seite dann so Grenzen kennenlernen und setzen können.

00:19:07: Genau.

00:19:09: Das heißt, dann sind, das sind auch Menschen dabei, die in der Beziehung sind, die da aber dann alleine zu dir kommen und dort dann quasi kuscheln, leinen so ein bisschen.

00:19:17: Genau.

00:19:17: Oder ausprobieren, wie sich Dinge anfühlen.

00:19:20: Genau, also es gibt durchaus Menschen, die in Beziehungen sind und die entweder sagen, ich bekomme in der Beziehung nicht so viel Körperkontakt, wie ich mir wünsche, weil mein Partner oder meine Partnerin eben nicht so körpernah ist wie ich.

00:19:35: Ich möchte mir aber keine Affäre suchen oder ich möchte auch nicht fremdgehen, aber ich brauche mehr Körperkontakt.

00:19:41: Und das sind dann Menschen, die zum Beispiel kommen und ganz klar sagen, ich bin hier zum Kuscheln, ich such aber nichts anderes.

00:19:48: Und da können die das natürlich dann total gut auch erleben oder bekommen.

00:19:56: Und es gibt manchmal auch durchaus Paare, die gemeinsam kommen.

00:20:01: Es ist ein bisschen so ein Risikofaktor, weil das ist jetzt nicht so, was ich unbedingt immer empfehle, weil das oft zu Stress führt, wenn ich zum Beispiel nicht so eine gute Stelle habe, wo ich kuschle und das gegenüber hat eine super Stelle, dann kann das manchmal ziemlich schnell zu Eifersucht oder so führen.

00:20:18: Und man kann sich auch oft nicht so drauf einlassen, weil man trotzdem oft in einer Paarkonstellation immer einen Auge auf dem anderen hat.

00:20:26: Aber es gibt eigentlich alle Konstellationen, die da sind.

00:20:29: Aber ich frage auch ehrlich gesagt nicht die Leute, bist du in einer Beziehung und wie bist du aufgestellt oder bist du Single oder so, weil das dafür eigentlich unwichtig ist.

00:20:41: Stellen sich die Leute dann vor, wenn sie zum ersten Mal kommen?

00:20:44: oder wie funktioniert dieses Weiß ich nicht, diese Gruppendynamik.

00:20:49: Wie muss ich mir das vorstellen, wenn Leute zum ersten Mal kommen?

00:20:53: Wir machen am Anfang immer eine sogenannte Vorstellungsrunde.

00:20:58: Das ist ganz einfach, wo jeder seinen Vornamen sagt.

00:21:01: Das ist alles, was uns interessiert, der Vorname.

00:21:04: Einsatz, wie geht's dir heute?

00:21:05: Und wenn du ein Kuscheltier wärst, welches Kuscheltier wärst du heute?

00:21:10: Sehr süß.

00:21:13: Da kriegt man schon mal ... Eindruck von den Menschen.

00:21:20: Und danach gehen wir dann eh gleich auch in Übungen, wo die Leute sich, ich sage jetzt mal, wo wir miteinander tanzen oder wo die Rücken an Rücken miteinander tanzen oder so, wo die sich auf der Ebene kennenlernen.

00:21:34: Weil der Rest ist dafür egal.

00:21:36: Also der soziale Status ist egal.

00:21:40: Der persönliche Beziehungsstatus ist egal.

00:21:42: Was du beruflich machst, ist egal.

00:21:45: Das spielt dafür keine Rolle und deshalb stellt sich da auch niemand vor, weil das nicht interessant ist an der Stelle.

00:21:53: Das ist vielleicht jetzt eine blöde Frage, aber was macht man bei so einem Kuschelabend, wenn man jemanden so gar nicht riechen kann?

00:22:01: Es gibt es ja manchmal, dass so ein Körpergeruch irgendwie

00:22:03: so ...

00:22:05: Es gibt vor allem, dass man das ganz toll findet oder so gar nicht kann.

00:22:10: Signalisiert man so was?

00:22:12: Ja, ich sag jetzt mal so, du kannst dir bei den Übungen, kannst es ja auch selber, sag ich jetzt mal, regulieren, wie nah du jemandem bist oder wie viel Abstand du zu jemandem hast.

00:22:24: Beim Kuscheln kannst du natürlich dann einfach gucken, du bist ja davor schon mal mit den Leuten eigentlich mit allen schon mal in Kontakt gewesen.

00:22:32: Und dann, wenn du merkst, du kannst jemanden nicht riechen, dann wirst du dich halt nicht genau an diese Person hinkuscheln.

00:22:39: Also darüber kannst du schon selber regulieren.

00:22:42: Und prinzipiell ist es schon so, dass ich auch darauf achte, und das ist ganz klar ist, dass die Leute frisch geduscht kommen, ohne jetzt irgendwie großen Körpergeruch und auch ohne ...

00:22:55: Vorher eine

00:22:58: geraucht zu haben oder sich mit Aftershave überschwemmt zu haben oder parfümiert oder so.

00:23:06: Also darauf wird schon auch geachtet im Vorfeld.

00:23:10: Aber ja, es kann einfach sein, dass du jemanden nicht riechen kannst im wahrsten Sinne des Wortes, aber das ist halt wie im normalen Leben.

00:23:16: Du begegnest halt bei den Kuschelabenden wie im normalen Leben auch.

00:23:20: allen Menschen und genau darum geht es ja zu gucken, wie kann ich mich dann da positionieren oder wie kann ich mich da auch dann sozusagen für meinen eigenen Raum sorgen und sagen so, ich brauche dann ein bisschen mehr Abstand und wie kann ich das auf eine gute Art und Weise machen.

00:23:41: Wie finden sich dann da die Kuschelpartnerinnen eigentlich?

00:23:43: Also wird es so, weil du machst die mehrere Vorübungen mit denen, wird dann da durchgetauscht und man sucht sich quasi jemanden mit dem das matcht.

00:23:51: oder wie ist das?

00:23:53: Also wir machen sowieso kein paar Kuscheln.

00:23:55: Sein Gruppenkuschel.

00:23:57: Also das liegen quasi alle.

00:23:59: Genau.

00:23:59: Das war mir jetzt tatsächlich nicht ganz klar.

00:24:01: Also es gibt einen Kuschelhaufen.

00:24:02: Nicht übereinander, aber nebeneinander.

00:24:05: Und die Aufgabe ist tatsächlich bei dem Kuschelhaufen, dass du mit mindestens drei Personen in Kontakt bist.

00:24:12: Und eine davon bist du selber.

00:24:15: Okay, so.

00:24:16: Jetzt ergibt es auch mehr Sinn, wo du vorhin gesagt hast, dass jemand gerne mal außerhalb liegt oder in der Mitte.

00:24:21: Ich dachte so Paare, die sich dann quasi eher in der Mitte positionieren.

00:24:24: Okay, alles klar.

00:24:25: Nee, weil eben genau das, wenn wir so paar Kuscheln machen würden, genau das ist ja dann wieder für viele stressig.

00:24:33: Da kannst du dich dann nicht so einfach lösen, da könntest du nicht so einfach den Platz wechseln oder so.

00:24:40: Wenn du in so einem größeren Kuschelfeld bist und mit mehreren Leuten Kontakt hast, dann kannst du eher mal die Position wechseln.

00:24:48: Und dann gehen wir eben auch aus diesem Kontext raus, der dann eben oft dieses Pärchen-Mann-Frau, wo es dann schnell wieder in eine sexuelle Richtung geht oder in irgendwas wie, was wird jetzt von mir erwartet oder so.

00:25:03: Und wir machen es eben auch so, dass wir nicht so, dass das ... immer auf einen Mann, eine Frau.

00:25:11: Ich sortiere das auch nicht.

00:25:12: Sondern es kann Ecken geben, wo mehr Frauen miteinander sind oder wo mehr Männer miteinander sind, wo es Kunderbund gemischt ist oder so.

00:25:20: Und es braucht auch tatsächlich, wenn man zu den Abenden kommt, eine Offenheit.

00:25:25: Also auch, dass du als Frau von einer Frau berührt wirst, dass du von einem Mann als ... von einem Mann berührt wirst.

00:25:33: Auch bei den Vorübungen ist es nicht sortiert, dass du immer als Frau mit einem Mann bist, sondern du sollst ja auch genau lernen, als Frau mit einer Frau zu sein und als Mann mit einem Mann.

00:25:44: Für Frauen ist es oft einfacher, weil wir das eher auch bei uns sozialer haben, dass Frauen mit Frauen im Kontakt sind oder sich mal umarmen oder so.

00:25:54: Für Männer ist es oft eine Herausforderung, aber viele sagen eben, dass sie darüber auch viel gelernt haben.

00:26:01: dass es eben einen Kontext gibt von Körperkontakt, der nicht sexuell ist und der sehr wohltunt ist, weil eben zum Beispiel manche Männer sagen, na ja, wenn mich ein Mann berührt, der kann auch ganz anders mir mal einen Rücken durchmassieren als jetzt eine zarte Frau oder so, oder so.

00:26:18: eben dieses Ding von... Viele Männer haben halt auch von ihren Vätern oder haben auch mit anderen Männern nicht viel Körperkontakt erfahren oder bekommen.

00:26:29: Und auch das ist zum Beispiel eben Lernfeld.

00:26:32: Und das kann sehr bereichernd sein.

00:26:34: Zu wissen so, da kann ich einfach auch mal üben, mit einem Mann in einem näheren Kontakt zu sein oder mal mit einem Mann zu tanzen.

00:26:43: Das ist für viele Männer davor überhaupt.

00:26:45: Wie geht das jetzt so?

00:26:48: Und darüber kann aber dann eben auch ein neuer Raum entstehen und so dieses Lernen von okay, und da ist nichts Schlimmes dabei.

00:26:55: Sondern das kann sehr näherend für mich sein.

00:26:58: Weil im tiefsten Grunde wünschen sich das ja viele Männer, aber bei uns ist es eben sehr stark normiert gesellschaftlich.

00:27:05: Dann ist oft so schnell so die Angst vor Homosexualität oder ...

00:27:11: Das ist so ein bisschen anerzogen.

00:27:13: Bei Frauen ist es halt ganz häufig normal, dass die Händchen durch die Stadt laufen.

00:27:17: Als Mann macht man so was einfach nicht, weil es halt, weiß ich nicht, es wird gesellschaftlich geächtet, so ein bisschen.

00:27:24: Und das loszulassen ist, glaube ich, eine Herausforderung.

00:27:26: Genau, ja.

00:27:27: Und eine schöne Übungssache.

00:27:30: Aber wie gesagt, wenn man da kommt, muss man einfach dazu, sich bereit sein, sich auf dieses Experiment einzulassen, so will ich mal sagen.

00:27:38: Wie ist das denn dann?

00:27:40: Also gibt es quasi bei dir so ein Abo fürs Kuscheln?

00:27:43: Oder zahlt man dafür, dass man quasi so ein Kuschelabend miterleben darf?

00:27:49: Oder wie läuft das

00:27:51: ab?

00:27:52: Ja, also man zahlt dafür.

00:27:54: So ein Kuschelabend kostet immer nach Selbsteinschätzung zwischen zwanzig und dreißig Euro.

00:27:59: Ich habe bewusst so eine Range, sag ich jetzt mal, weil es eben manche Leute gibt, die ... weniger verdienen, es gibt Leute, die mehr verdienen und das kann ja jeder selber einschätzen so ein bisschen.

00:28:11: Und es gibt in dem Sinn kein Abo, sondern du zahlst halt, wenn du da bist sozusagen, dann meldet es dich an und dann zahlst du eine Abendkasse und damit ist dann auch alles erledigt sozusagen.

00:28:28: Kommt das vor, dass Menschen, wir hatten ja vorhin mal ganz kurz drüber gesprochen, dass näher auch was mit einem machen kann, gerade wenn es einem nicht gut geht, dass du Menschen aus der Runde rausnehmen musst, weil die so einen kleinen Zusammenbruch haben, emotionalen?

00:28:41: Also es kommt vor, ist jetzt nicht so, dass ich sagen würde, kommt jeden Abend fünfmal vor oder so, sondern ab und zu mal an dem Abend oder so, wenn halt jemand gerade sehr wackelig ist oder so.

00:28:55: dann ist es aber so, dass ich die nicht rausnehme oder so, sondern dass wir irgendwie auch in der Gruppe gemeinsam schauen, was die Person gerade braucht.

00:29:02: Also, ihr fällt die zusammen auf gewissermaßen?

00:29:05: Genau.

00:29:05: Also, da wird halt einfach... Manchmal ist es so, dass eine Person sagt, oh, ich brauche gerade einfach meine Ruhe.

00:29:10: So.

00:29:11: Ich muss mich mal kurz in eine Ecke setzen.

00:29:13: Ich will aber jetzt auch niemanden um mich haben.

00:29:15: Oder dass irgendjemand sagt, ich bräuchte, ich müsste einfach mal grad, dass mich jemand hält oder umarmt oder so.

00:29:23: Und das ist tatsächlich auch so ein bisschen, sag ich jetzt mal, dass die Gruppe das auch, na ja, mithält.

00:29:32: Weil die Leute schon auch dadurch, dass es eine relativ konstante Gruppe ist, auch ein einander kennen.

00:29:39: Und dass eher so was ist, wo wir sagen, das darf sein.

00:29:43: Wir müssen oft so Emotionen oder so so oft bei uns gesellschaftlich runterschlucken oder wegdrücken oder so.

00:29:50: Und wenn da so was ist, wo ich einfach gerade emotional bin oder gerade super erschöpft bin oder so oder müde bin, dann darf das einfach da sein.

00:29:58: Da musst du eben nicht performen und da musst du eben nicht an so einem Abend perfekt sein.

00:30:06: Und das ist einfach auch sehr erleichtern.

00:30:09: Wie lange dauert so ein Abend eigentlich?

00:30:11: Also, der fängt immer um neunzehn Uhr an.

00:30:13: Und das offizielle Ende ist immer so um zwanzig Uhr treißig.

00:30:18: Da machen wir dann die offizielle Schlussrunde.

00:30:21: Und dann gibt es noch bis Mitternacht Nachkuscheln für die, die noch sagen, ich bin gerade so warm gekuschelt, ich möchte noch weitermachen.

00:30:30: So.

00:30:30: Und da können dann die Leute flexibel gehen.

00:30:32: Also, um Mitternacht mache ich dann immer Schluss.

00:30:34: Und der Unterschied ist dann immer, dass das Nachkuscheln im Löffeln ist.

00:30:38: Also Löffeln heißt, wie früher in einer ordentlichen Löffelschublade die Löffel lagen.

00:30:43: Wenn ihr euch erinnert, so vielleicht so bei Großtanten oder so.

00:30:47: Also bei meiner Patentante war das immer so, die hatte immer eine super aufgeräumte Besteckschublade.

00:30:52: Da lagen die Löffel immer alle so ganz eng beieinander auf der Seite und genauso funktioniert das Löffeln.

00:30:58: Und da ist es dann nicht so ein Durcheinander, sondern sortiert und dann drehen wir alle Viertelstunde, damit Schultern, Hüfte, Beine und so nicht so einschlafen.

00:31:07: Und es geht dann halt noch bis Mitternacht, maximal fünf Stunden.

00:31:13: Okay.

00:31:13: Wow, fünf Stunden durchkuscheln.

00:31:15: Ja, du kuschelst ja nicht fünf Stunden.

00:31:17: Du hast ja deine Zwischenübungen und hast auch mal eine Pause, wo wir Tee trinken und quatschen oder so.

00:31:24: Das ist ja jetzt nicht so, dass du da fünf Stunden nonstop kuschelst oder so.

00:31:29: Ja, ich hab mal gehört, kuscheln ist so mit die antikapitalistischste Aktivität, die es so gibt, weil man nichts produziert und nichts nicht performen muss, nichts leisten muss.

00:31:40: Also ... Nicht groß, wenn man es richtig macht.

00:31:43: Du produzierst schon Glückshormone.

00:31:45: Genau, stimmt.

00:31:46: Auch wieder wahr.

00:31:47: Ja, ich denke so, Energie.

00:31:50: Ja, das stimmt.

00:31:51: Aber das fand ich trotzdem irgendwie nett, weil das stimmt.

00:31:53: Darüber denkt man nicht so nach.

00:31:56: Wie war eigentlich die Resonanz bei deinen ersten Kuschelparty, die du vor zwanzig Jahren veranstaltet hast?

00:32:04: Also, ich glaube, das erste Mal waren ... Also, am Anfang waren die Kuschelabende sehr klein.

00:32:08: Ich hab in Erlangen angefangen.

00:32:10: Ich glaube, da waren so sechs oder acht Leute da oder so.

00:32:15: Und ganz ehrlich, als ich damals gesagt habe, ich biete Kuschelabende im Mittelfranken an, haben alle gesagt, bist du wahnsinnig, da wird keiner kommen.

00:32:23: Kuscheln und Mittelfranken passt irgendwie überhaupt nicht zusammen.

00:32:28: Und es war tatsächlich so, dass davor schon auch ein paar probiert haben, das hier zu etablieren und die sind irgendwie alle gescheitert.

00:32:37: Ich habe es am Anfang eben mit einer kleinen Gruppe gemacht, weil ich es einfach auch machen wollte.

00:32:40: Mir war es einfach ein persönliches Anliegen.

00:32:44: Und es hat dann ein bisschen gedauert und wurde dann einfach die Gruppen immer größer.

00:32:50: Und jetzt inzwischen ist es so, dass ich halt ein Maximum von twenty-fünf Leuten habe, weil der Raum einfach auch nicht mehr, da passen nicht mehr Leute rein.

00:33:00: Und ich finde auch bei einem so einem Kuschelabend zu twenty-fünf Leute ist auch eine gute Größe.

00:33:07: Ich hatte in einem anderen Raum auch mal Kuschelarmnen mit fast vierzig Leuten.

00:33:11: Das fand ich selber nicht schön.

00:33:13: Da hab ich dann gemerkt, das ist mir auch zu viel in der Leitung.

00:33:17: Da hab ich den Überblick nicht mehr.

00:33:20: Da ist auch nicht so dieses soziale Feld da, weil dann wird's zu anonym meiner Meinung nach.

00:33:26: Und deshalb ist das jetzt eine Größe, die ganz gut ist.

00:33:29: Aber wir haben sehr klein angefangen.

00:33:32: Wir haben vorhin auch kurz so begesprochen, dass selbst im August, wenn es richtig heiß ist, die Leute zum Kuscheln kommen.

00:33:39: Also das stelle ich mir super krass vor, weil das ist eh so ein Ding, also so ab fünf und dreißig Grad ist bei mir persönlich der Wunsch nach Körperkontakt eher nicht so hoch ausgeprägt.

00:33:49: Und ich vermute, in so einem Raum wird es dann auch noch mal ein bisschen wärmer, als dann draußen ist.

00:33:53: Und die Leute kommen aber trotzdem, das ist richtig voll, hast du gemeint?

00:33:56: Ja, also ... Gerade in den letzten zwei Sommern hatten wir Kuschelabende, da war es wirklich um den dreißig Grad.

00:34:03: Ich dachte schon, an dem Abend kommt niemand, aber die Abende waren einfach echt voll.

00:34:07: Und ich war dann so und dachte mir so, oh mein Gott, ich bin so froh, dass ich nicht mitmachen muss, weil mir geht es auch so.

00:34:13: Also ich bin auch nicht so, dass ich so bei hohen Temperaturen so engen Körperkontakt so super gerne mag.

00:34:21: Aber auch da ist es so, dass die Leute das einfach gut reguliert haben, also in dem wie Nasi halt einfach waren oder was sie sich an Kontakt oder bei den Berührübungen, was sie sich gewünscht haben an Kontakt.

00:34:31: Ich kann ja auch bei hohen Temperaturen mir hauchzarte Berührungen mit den Fingerspitzen wünschen.

00:34:39: Und der Raum ist dann nicht wärmer als außen und abends kühlt es ja dann auch.

00:34:44: normalerweise immer runter.

00:34:45: Also, wir haben ja dann nicht nachts, thirty-five Grad.

00:34:49: Und wenn du mal so an den Sommer denkst, wenn's dann so ein lauschiger Abend ist oder so, da ist man ja dann eher schon wieder beim Kuscheln, oder?

00:34:56: Also, von daher geht's dann schon, ja, so.

00:34:59: Und ich fand, das ist tatsächlich trotzdem supergutgegen.

00:35:04: Also, und die, die das halt tatsächlich nicht mögen, die sagen, ich hab einfach auch Leute, die sagen, ich bin immer im Winter dabei, ne?

00:35:13: Ab dem zwanzig Grad bin ich raus.

00:35:15: Ja, so.

00:35:16: Und es gibt andere Leute, die sagen, ist mir egal.

00:35:19: Ich komme Sommer und Winter.

00:35:21: Temperatur ist sekundär.

00:35:23: Ich liebe einfach das Kuscheln.

00:35:25: Kann ja jeder für sich entscheiden und regulieren.

00:35:28: Das heißt, im Winter sind schon mehr.

00:35:30: Ja, wie gesagt, bei mir ist es einfach beschränkt.

00:35:32: Also im Winter habe ich oft eine Warteliste.

00:35:34: So, da ist halt einfach, wenn die Plätze voll sind, sind sie voll.

00:35:38: So.

00:35:42: Dann haben wir heute jetzt ganz viel über das Kuscheln gelernt und was es tolles auslösen kann.

00:35:47: Vielen, vielen Dank, dass du da warst nochmal.

00:35:50: Wieder

00:35:50: einmal,

00:35:50: vielen

00:35:51: Dank.

00:35:51: Ja, total gerne.

00:35:52: Es hat mir total viel Spaß gemacht.

00:35:54: Schön.

00:35:55: Und wenn wir wieder ein spannendes Thema finden bei dir in deinen Kursen oder bei dem was du sonst so machst, dann laden wir dich einfach wieder ein.

00:36:01: Genau.

00:36:01: So

00:36:01: machen wir das.

00:36:02: Freu ich mich.

00:36:02: Genau.

00:36:03: Und euch allen Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

00:36:06: Bis zum nächsten Mal.

00:36:07: Tschüss.

00:36:08: Ciao.

00:36:08: Tschüss.

00:36:19: Mehr von uns gibt's auf nordbayern.de und

00:36:23: nn.de.

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