Was eine Stimme sexy werden lässt
Shownotes
Tief, sinnlich und mit viel Emotion - Hannah Schepmann ist Synchronsprecherin und spricht auch Hörbücher "mit ein klein wenig Spice" ein. Sie verrät uns, wie sie ihrer Stimme einen erotischen Klang verleiht und warum sie gerade das New Adult Genre schätzt. Der Audio-Erotik-Markt boomt - das weiß auch Lara von Bloom Stories, die regelmäßig für Spicy-Geschichten castet und uns erklärt, was ein Sprecher oder eine Sprecherin mitbringen muss.
Hannah Schepmanns (https://www.hannahschepmann.com/)) persönliche Hörbuchempfehlungen:
Transkript anzeigen
00:00:08: heiß und innig, der intime Podcast
00:00:12: des Verlags Nürnberger Presse.
00:00:17: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von heiß und innig, dem intimen Podcast des Verlags Nürnberger Presse.
00:00:23: Mein Name ist Christian Urban
00:00:24: und mein Name ist Veronica Ibanez.
00:00:27: Wir haben heute ein ganz spannendes Thema.
00:00:29: Und zwar soll es um die Stimme gehen, unter anderem auch um spicy Hörbücher.
00:00:34: Und wir sprechen auch kurz über Dark Romance.
00:00:36: Und dafür haben wir einen ganz tollen Gast eingeladen, nämlich die Hannah Shetman.
00:00:42: Hannah, du lebst in Köln bis dreißig Jahre alt und arbeitest als Synchronsprecherin.
00:00:47: Du sprichst aber auch Hörbücher ein, unter anderem auch spicy Geschichten aus dem New-Adult-Genre.
00:00:53: Was das ist, erfahren wir gleich von dir.
00:00:56: Erst mal willkommen bei uns, wir freuen uns sehr, dass du da bist.
00:00:59: Hi, ich freu mich auch sehr.
00:01:02: Jetzt würden
00:01:02: wir gerne erst mal darüber sprechen, wie bist du denn zum Synchronsprechen gekommen?
00:01:07: Ich habe gelesen, dein Vater ist auch Synchronsprecher und deine Mutter ist Opansängerin.
00:01:12: Das klingt, finde ich, fast so, als wäre dir das mit der Stimme in die Wiege gelegt worden.
00:01:18: Wann
00:01:18: hat es denn angefangen?
00:01:19: Wann hattest du deinen ersten Auftrag als Synchronsprecherin?
00:01:23: Ja, also du hast schon ein bisschen richtig vermutet, dadurch, dass mein Vater auch Hörbuchsprecher und Synchronsprecher ist, beziehungsweise er hat eigentlich Schauspiel studiert, aber hat dann eher in die Sprecherbranche gegangen.
00:01:37: Bin ich schon als Kind mit dem Thema in Kontakt gekommen, weil Studios dann auch einfach mal fragen, hey, Philipp, du hast doch zwei Töchter, wollen die nicht auch mal was für uns sprechen, weil die brauchen halt immer auch Kinder, Kinderstimmen und ... Ja, somit hatte ich dann meine ersten Berührungspunkte tatsächlich in der Kindheit mit dem Sprechen schon.
00:01:56: Wie lernt man so was, wenn ich fragen darf?
00:01:58: Also ich stelle mir das, also gerade als Kind, man braucht auch so ein gewisses schauspielerisches Talent, wenn man was synchronisieren möchte.
00:02:05: Also bist du da sofort reingekommen oder hat das ein bisschen gedauert?
00:02:10: Also ich war auch ein sehr schüchternes Kind und da hat zum Beispiel Als ich noch jünger war, sag ich mal, habe ich, glaube ich, auch manchmal Aufträge dann nicht bekommen, weil ich so schüchtern und in mich gekehrt war.
00:02:29: Zum Beispiel jetzt, ich war mal bei einem Casting beim WDR für einen Hörspiel und danach hatte ich da nicht mehr was von denen gehört oder so.
00:02:36: Und auch beim Synchronen war es eher so, dass ich da nicht so groß drin war.
00:02:42: Es kam dann tatsächlich eher, als ich ein bisschen älter war, so zwölf, dreizehn.
00:02:48: Und ich mit den Hörbüchern quasi, also für ein wirkliches Hörbuch angefragt worden bin, wo ich so eine kleine Rolle, wo ich gelesen habe.
00:02:57: Also da spielt man ja noch mal weniger.
00:03:00: Und weil ich selber so eine Lesemaus schon immer war und auch schon gerne laut gelesen habe, also schon die Emotionen, die ich dann auch gefühlt habe quasi.
00:03:14: Ja, ich würde sagen, rauslassen wollte.
00:03:20: War das irgendwie so mein Ding, wo ich mich wohlgefühlt habe und wo die, also das war damals bei Lübe Audio, wo die auch gemerkt haben, hey, wow, die kann das echt gut.
00:03:33: Und damit hat es dann quasi so mehr angefangen.
00:03:36: Du hast dann aber später auch, glaube ich, eine Ausbildung gemacht, oder?
00:03:41: Zur Synchronsprecherin.
00:03:43: Genau.
00:03:44: Und da habe ich quasi dann meine Schüchtern halt abgelegt.
00:03:47: Also das würde ich jetzt auch mal so sagen, wenn man Schüchtern ist, ist es vielleicht eigentlich nicht der perfekte Beruf, außer man geht halt da rein und weiß okay, weil man muss halt sehr aus sich rausgehen.
00:04:01: Man macht so unangenehme Übungen, man macht Schauspielübungen.
00:04:07: Ja, ich hab da einfach gelernt.
00:04:09: Okay, alles ist egal.
00:04:10: Und jetzt bin ich auch nicht mehr schichtern, würde ich sagen.
00:04:14: Wie bist du dann beim Dark Romans gelandet?
00:04:16: Weil das ist ja ein relativ junges Genre noch.
00:04:18: Und wie hat dieser Weg stattgefunden?
00:04:23: Also, ich glaube, ich bin nicht wirklich beim Dark Romans.
00:04:29: Also, ich würde jetzt nicht sagen, das ist, was ich mache.
00:04:33: Ich bin eher bei New Adult.
00:04:36: bei normaler Romans mit ein bisschen Spice.
00:04:42: Dark Romans, da unterscheidet man ja nochmal, dass es da wirklich ja, ich sag mal, auch teilweise keinen Konsens gibt, Morally Grey ist.
00:04:53: und ja, wo halt auch so diskutiert wird, soll das vielleicht lieber eine FSK bekommen, weil es halt einfach ja sehr sehr spicy ist.
00:05:06: und Ja, wie ich in den, also wie ich zum Romance gekommen bin, zum normalen Romance, ich glaube, das ist einfach, ich bin eine junge Frau und die Bücher sind ja oft auch von jungen Frauen geschrieben aus der Sicht von jungen Frauen und dann braucht man natürlich auch eine Stimme von einer jungen Frau und somit ist das im Moment einfach so.
00:05:33: das Genre, in dem ich am meisten gebucht werde, tatsächlich.
00:05:37: Jetzt hast du ja schon das Schlagwort genannt, Morally Gray, das ist mir auch schon begegnet bei meiner Recherche.
00:05:44: Und da musste ich auch so ein bisschen schlucken, weil ich dachte so, hm, also, ja, was du schon angesprochen hast, gegenseitiges Einverständnis, Konsens, Sachen, die man ja eigentlich immer voraussetzt.
00:06:00: Da werden so die Grenzen so ein bisschen ausgereizt.
00:06:03: Jetzt hast du schon gesagt, du bewegst dich gar nicht so im Bereich Dark Romance mehr.
00:06:07: New Adult heißt das, richtig?
00:06:09: Genau.
00:06:10: Wo ist denn da für dich persönlich die Grenze?
00:06:13: Also, hast du auch schon Anfragen bekommen, wo du dir dachtest,
00:06:16: danke,
00:06:17: aber damit fühle ich mich nicht wohl.
00:06:20: Ja, das habe ich auf jeden Fall.
00:06:21: Also, ich meine, wir hatten ja auch vorher so ein bisschen darüber gesprochen, was ich gesagt habe, dass ich so ein bisschen kritisch gegenüber Dark Romance eingestellt bin.
00:06:30: Deswegen ... Ja, also ich würde jetzt nicht sagen, wo ich den Unterschied mache, sondern das Genre macht ja den Unterschied schon.
00:06:37: Also man sagt ja N.A.
00:06:39: New Adult oder halt Dark Romance.
00:06:41: Also ich glaube, das ist so der Schritt von Young Adult, also
00:06:47: Jugendbuch
00:06:48: zu New Adult, also dann so ab zwanzig vielleicht, also in der Theorie.
00:06:54: Und Dark Romance ist dann halt einfach nochmal ein Level drauf, wo es vielleicht auch teilweise sehr viel Spice gibt.
00:07:03: Also, wo das Buch teilweise wirklich einfach, ja, vielleicht ein Pornobuch für Frauen ist.
00:07:15: Also, würde ich jetzt mal so vielleicht sagen und bei Neodalt Roman spielen halt auch noch viele andere Faktoren eine Rolle.
00:07:24: Also, wo es quasi einfach zu dieser erotischen Aspekt oder der Spiceaspekt so ein Teil des Ganzen ist, aber jetzt nicht wie bei Ich sag jetzt mal bei Fantasy, wo alles darauf hinausläuft, dass es wirklich nur um Sex oder Rote geht.
00:07:40: Genau.
00:07:41: Aber ich glaube, das ist auch bei Dark Romans nicht so.
00:07:43: Ich bin da halt tatsächlich gar nicht selber so bewandert.
00:07:47: Aber da geht es halt auch eher um dieses verbotene Verruchte.
00:07:52: Weil es gibt ja so ganz viele Tropes.
00:07:57: Wißt ihr, was ein Trop ist?
00:07:59: Ein Trop ist zum Beispiel, man sagt, In dieser Buchbubble sagt man zum Beispiel Friends to lovers oder Enemies to lovers, also Freunde, die dann zu lieb, lieb, also liebenden werden.
00:08:13: Komisch, hört sich übersetzt ein bisschen komisch an, aber oder halt Feinde, die zu liebenden werden oder halt morally gray.
00:08:20: ist dann dieses moralische Grauzone, dass man sagt, okay, ist das überhaupt noch okay quasi?
00:08:27: Das ist dann oft manchmal so.
00:08:29: zum Beispiel age gap, wenn jetzt der Oftmals ist es dann der Protagonist, der keine Ahnung, zehn, fünfzehn Jahre älter ist als die Protagonistin.
00:08:40: Und das sind halt, glaube ich, so Fantasien, die manche Frauen haben oder auch Menschen, die ja eher in eine vielleicht kinkiere Richtung gehen auch
00:08:54: teilweise.
00:08:56: Also es gibt dann auch viel mit Waffen und weiß ich nicht was und so.
00:09:00: Okay.
00:09:01: Ja, gerade dieser Altersunterschied und dann ist auf jeden Fall quasi der Protagonist älter, bis es ja auch dann vielleicht ein bisschen Klischee mit dem
00:09:09: da
00:09:10: gespielt wird.
00:09:11: Aber schafft vielleicht dann auch so Bilder oder stärkt gesellschaftliche Bilder, die schon existieren.
00:09:18: Ja.
00:09:19: Und wenn wir jetzt über die Stimme sprechen, um die es ja auch gehen soll, Du kennst es ja normale.
00:09:26: Also ich sag jetzt mal normale Hörbücher einzusprechen.
00:09:30: Und du hast jetzt auch die Erfahrungen gemacht mit Geschichte, mit ein bisschen Spice.
00:09:35: Wo ist denn da für dich der Unterschied?
00:09:37: Also erst mal vielleicht, was ist generell wichtig bei Hörbüchern und für die Stimme?
00:09:44: Und was ist gerade in dem Genre wichtig?
00:09:48: Also ... Ich persönlich, ich würde sagen, das machen immer alle KollegInnen anders, aber ich persönlich möchte schon das Hörbuch immer vorbereiten.
00:09:57: Das heißt, ich lese das ganze Manuskript vorher einmal durch und markiere währenddessen Sachen, wie ich sie betonen will.
00:10:08: Zum Beispiel, wenn da ein Komma ist, dann mache ich mir manchmal so ein Strich, dass ich da trotzdem fließend weiter lese, einfach damit es dann im Studio... in der Aufnahme für mich einfacher geht und schneller geht, ohne dass ich so oft absetzen muss.
00:10:24: Also, dass ich mich verspreche und neu ansetze.
00:10:26: Dafür ist das vorbereiten, da ich schreibe mir dann auch teilweise an den Rand, das spreche jetzt ich oder das spricht jetzt eher, keine Ahnung, wenn der Protagonist Luca heißt, dann halt Luca.
00:10:38: Also, so bereite ich mich quasi darauf vor.
00:10:42: Das machen alle aber ein kleines bisschen anders, aber ich würde sagen, das ist auch schon so eine... relativ normale Version, wie ich das mache.
00:10:50: Und ja, was ich persönlich bei Speisyszenen, ist es mir immer wichtig, dass das Studio, dass ich mich dort wohlfühle, weil der Beruf Toningenieur ist oft noch sehr männlich besetzt.
00:11:08: Also ich kenne sehr wenige weibliche Toningenieurinnen.
00:11:13: Es ist schon ein Unterschied, ob ich da mit einem alten weißen Mann sitze.
00:11:17: Also nichts gegen alte weiße Männer.
00:11:20: Entschuldigung.
00:11:21: Aber es kommt einfach auf die Person drauf an, mit der ich da sitze.
00:11:26: und wenn ich dann so eine Spice-Szene vorlese und man geht ja schon auch ein bisschen in die Emotionen rein.
00:11:32: Es ist jetzt nicht so wie beim Porno oder beim Synchron, wo man ja wirklich ... die Geräusche auch machen würde.
00:11:39: Also beim Synchron würde man zum Beispiel stöhnen.
00:11:43: Man würde keuchen.
00:11:44: Man würde halt alle Geräusche, die die Schauspieler machen, macht man dann auch.
00:11:49: Das macht man beim Hörbuch nicht.
00:11:51: Also beim Hörbuch ist es natürlich schon so ein bisschen weniger, aber nichtsdestotrotz geht man ja in die Emotion rein.
00:11:59: Und wenn ich mich da nicht wohlfühle und irgendwie, ja, dann, das, das wäre nicht schön.
00:12:06: Deswegen... achte ich da bei mir immer drauf, dass ich das in Studios dann aufnehme, in denen ich mich auch wohlfühle mit solchen Szenen.
00:12:15: Gab's mal eine Situation, in der du dich nicht wohl gefühlt hast?
00:12:21: Zum Glück nichts, nichts Weltbewegendes, aber es ist halt schon manchmal so, dass dann ein komischer Kommentar kommt oder so.
00:12:32: Ach, was kam dann einmal?
00:12:35: Es war halt irgendwie für mich, Übergriffe ich in der Wortwahl irgendwie so, ja süße, wir machen jetzt so und so oder, also, wo ich halt dachte, das wäre, fände ich generell nicht so toll, wenn mich jemand einfach so süße nennt und dann noch in so einer Situation, also, ja, das war dann nicht so schön.
00:12:57: Okay, das stelle ich mir wirklich sehr unangenehm vor.
00:13:01: Sprichst du... Wenn du Spiceszenen sprichst, sprichst du die anders?
00:13:05: Also setzt du da, verwendest du eine andere Stimme?
00:13:08: Und falls ja, wie hast du die gefunden?
00:13:12: Also ich bin eine Sprecherin, ich mache nicht so viel mit der Stimme.
00:13:19: Es gibt ja, also zum Beispiel Rufus Beck.
00:13:21: Der macht ja extrem viel.
00:13:22: Ich weiß nicht, ob ihr zum Beispiel Harry Potter gehört habt oder so.
00:13:26: Und der hat ja ganz viele verschiedene Stimmen auf Lager.
00:13:29: oder auch... Jetzt mein Vater Philipp Schepmann, der macht den Drachen Kokosnuss.
00:13:33: Wenn man da mal reinhört, dann hört man... Also er macht super viel.
00:13:39: Aber ich finde auch, das kommt ja dann aufs Publikum an.
00:13:42: Und klar, ein Kinderhörspiel, die sind dann begeistert, wenn man auf einmal so ein lustiges Kängur hat oder ein Pferd was... zwischendurch noch so irgendwie so halbwiert, während es spricht.
00:13:53: Aber, ja, weil ich mach einfach nicht so viel, zumindest nicht in diesen New Adult-Büchern, die ich lese.
00:14:00: Aber ich, also was ich mache ist, ich überlege mir immer, wer ist mein Ansprechpartner.
00:14:08: In dem Fall dann wahrscheinlich eine Frau in meinem Alter.
00:14:12: Und gerade bei so Spice-Innen.
00:14:15: Ich gehe halt in die Emotionen mehr rein, als dass ich die Stimme irgendwie stark verändern würde.
00:14:22: Und ja, was ich da mache, ist, dass ich oft eher langsamer lese.
00:14:27: Also es ist dann ein bisschen sinnlicher.
00:14:29: Und man kann ja mit der Stimme schon allein viel machen.
00:14:33: Also dass man dann zum Beispiel ein bisschen hauchiger wird oder ein bisschen... Ich persönlich finde auch, dass es schöner... oder erotischer klingt, wenn man tiefere Stimme hat, als wenn man jetzt so eine ganz hohe Stimme hat und in der Kopfstimme spricht.
00:14:51: Also das ist ja schon ein Unterschied.
00:14:54: Ich habe mir jetzt generell angewöhnt, in meiner Bauchstimme zu sprechen, also man unterscheidet zwischen Kopf und Bauch.
00:15:00: Wenn man halt zum Beispiel in der Lunge, also weiter oben in der Brust einatmet, dann ist die Stimme halt ein bisschen höher.
00:15:09: und wenn man richtig tief in den Bauch einatmet, dann ist die halt tiefer.
00:15:13: und klingt auch ein bisschen gesetzter.
00:15:16: Und ja, ich würde das dann vielleicht in so einer New-Dalt-Roman zu machen.
00:15:22: Wenn ich so eine kleine Zicke habe, die immer so ein bisschen zickelig spricht, dann würde ich die halt in der Kopfstimme anlegen, aber zum Beispiel halt bei einer romantischeren Szene würde ich dann eher mit meiner normalen Stimme einfach sprechen und eher versuchen, ein bisschen Emotion da reinzulegen.
00:15:38: Ist es dann,
00:15:39: würdest du sagen, die größte Herausforderung, dass es so... authentisch bleibt, also wie du sagst so, dass du möglichst natürlich in deiner natürlichen Stimme bleibst vielleicht ein bisschen tiefer, vielleicht ein bisschen langsamer, aber würdest du sagen, das ist die größte Herausforderung?
00:15:57: Nee, tatsächlich nicht.
00:15:58: Das fällt mir eigentlich relativ leicht, die Emotionen rüberzubringen.
00:16:03: Was ich persönlich schwieriger finde, ist das Atmen.
00:16:06: Weil man muss auch bedenken, wenn man ein Hörbuch hört, dann will man ja nicht die ganze Zeit den Sprecher oder den Sprecherin.
00:16:14: So nach Luft schnappen hören und das ist für mich tatsächlich schwieriger, dann beides zu vereinen.
00:16:21: Weil wenn ich dann so in meinem Element bin und voll in der Emotion drin, dann kommt es doch schon manchmal dafür dazu, dass ich dann lange keine Luft hole und dann auf einmal erstmal so nach Luft schnappen muss.
00:16:32: quasi und da bin ich immer noch dabei und merke auch manchmal im Studio, jetzt kannst du wieder mal ein bisschen runterfahren.
00:16:41: dass ich halt versuche, leise zu atmen.
00:16:43: Also, man kann auch lautlos einatmen, aber das ist halt schwieriger.
00:16:48: Also, zumindest für mich.
00:16:49: Man kann halt so ... Ja, es ist jetzt ein Podcast, ihr könnt mich nicht sehen.
00:16:53: Aber man kann halt zum Beispiel die Luft einfach so in den Bauch fallen lassen.
00:16:59: Ich mach das jetzt mal.
00:17:01: Und jetzt habt ihr wahrscheinlich ... Also, nur einen ganz leisen Atmer gehört.
00:17:05: Aber halt nicht ...
00:17:06: Ich
00:17:06: hab auf absolut gar nichts gehört.
00:17:08: Und das ist das, was ich schwieriger finde, weil das ist dann auch, wenn man jetzt schneller in der Emotion ist und schneller spricht.
00:17:16: Und dann muss man sich erst mal die Zeit lassen zu atmen.
00:17:20: Und das ist irgendwie, finde ich, tatsächlich schwieriger als die Emotion.
00:17:25: Machst du da auch so Übungen vorab oder zwischendurch?
00:17:29: Also, gibt es da
00:17:31: Tricks,
00:17:33: mit denen das besser funktioniert?
00:17:34: Also, wie du in die richtige Atmung reinkommst oder dich dran erinnert?
00:17:38: Auf jeden Fall.
00:17:39: Also vor meiner Ausbildung habe ich nur in meiner Brust geatmet.
00:17:44: Da wusste ich gar nicht, wie Bauchatmung funktioniert.
00:17:47: Und das habe ich da halt gelernt.
00:17:49: Also das kann man bestimmt auch bei YouTube oder so eingehen, wenn man sich das selber beibringen möchte, Bauchatmung.
00:17:54: Es ist auch, wenn man zum Beispiel Yoga macht oder meditiert, dann sagen die auch immer, versuche in deine Beine einzuatmen.
00:18:01: Und man muss das halt vielleicht echt mal, wir haben das auch dann teilweise, wir lagen da auf dem Boden auf einer Mathe.
00:18:07: Und dann hat die Lehrerin das wirklich mit uns so gemacht und uns so geführt, weil das ist gar nicht so einfach.
00:18:14: Du hast gesagt oder du hast angedeutet, dass du, wenn du solche Geschichten liest, schon das mit gewissen Emotionen enttust, also so ein bisschen auch in die Story reinfällst, wenn ich es richtig verstanden habe, dauert es dann eine Weile, um wieder rauszukommen?
00:18:26: Oder wie muss ich mir das vorstellen?
00:18:29: Ja, also... Es ist schon so, man ist ja meistens, also ich hab auch ein Homestudio, ne, manchmal auch bei mir selber auf, dann könnte ich natürlich dann, wenn ich jetzt gerade zu sehr in einer Emotion bin, dann einfach rausgehen und was anderes machen.
00:18:46: Aber allermeistens bin ich eigentlich in Studios, irgendwo in Köln unterwegs.
00:18:50: Und es ist tatsächlich so, dass man ja schon so fünf Stunden mindestens am Tag vorliest und liest und man muss das Buch ja auch fertig bekommen.
00:19:01: Das heißt, ja.
00:19:03: Die Sex-Szene wird vielleicht keine Ahnung, fünf bis zehn Seiten sein, aber danach geht das Buch ja weiter.
00:19:13: Und deswegen, ich bin da meistens einfach an einem Tag in fünf Emotionen oder so oder noch mehr, weil erst mal kommt dann keine Ahnung, eine traurige Szene, und dann kommt aber die Sex-Szene, weil sie sich dann auch immer versöhnen.
00:19:26: Und danach ist keine Ahnung, dann ist einer wütend.
00:19:29: Und deswegen, da bin ich immer schon in sehr vielen verschiedenen Emotionen.
00:19:34: Darf ich dich fragen?
00:19:35: Du musst darauf natürlich nicht antworten.
00:19:37: Aber darf ich dich fragen, ob du sowas auch selber konsumierst?
00:19:40: Also,
00:19:41: Hörbücher, New Adult oder vielleicht sogar Dark Romance?
00:19:46: Also, du kannst mich das in jedem Fall fragen.
00:19:49: Ich muss persönlich halt sagen, ich kann mit Dark Romance persönlich nichts anfangen.
00:19:53: Also, mit so kein Konsens, das kann ich einfach nicht... persönlich gut finden.
00:20:01: Und dann wüsste ich auch nicht, wieso ich was lesen soll, weil dann denke ich die ganze Zeit, oh mein Gott, die arme Frau, die wird doch total gedemütigt gerade.
00:20:09: Also das wäre für mich einfach nur eine schlechte Experience, sage ich jetzt mal so.
00:20:15: Nichtsdestotrotz lese ich auf jeden Fall auch Neodaltbücher.
00:20:20: Ich bin tatsächlich durch das Sprechen auch eher auf das Genre aufmerksam geworden, weil ich halt eine Stimme bin, die dafür viel gebucht wird.
00:20:29: Und man muss ja auch sagen, es hat halt in der Gesellschaft schon irgendwie noch so nicht den besten Ruf.
00:20:40: Also weil viele dann sagen, oh ja, diese Frauen-Pornoromance oder so.
00:20:45: Und das finde ich halt ein bisschen schade, weil einfach alles, was von Frauen für Frauen ist, ist halt wieder blöd.
00:20:52: Und wenn Männer aber an Pornos sich anschauen, dann ist alles wieder voll okay.
00:20:57: Und deswegen finde ich es super, dass es diese Bücher gibt.
00:21:00: Also auch, ähm, meinetwegen Dark Romance, weil das sind ja Bücher, die von Frauen beschrieben wurden oft.
00:21:07: Und, ähm, also, warum sollen wir sowas nicht konsumieren?
00:21:14: Warum ist es bei uns schlecht?
00:21:16: Aber halt bei Männern voll in Ordnung.
00:21:19: Und ja, also wie gesagt, ich lese auch selber ab und zu New Adult Buch und mach das auch gerne.
00:21:27: Hattest du da irgendwie einen Favoriten oder was, wo du sagst, das ist wirklich ganz toll gemacht?
00:21:36: Ich glaube, ich bin jetzt nicht so das perfekte Beispiel für die breite Masse, weil ich mag sehr so einen poetischen Schreibstil und da habe ich eine Autorin, die ich sehr gerne mag, das ist Gabriela Santos de Lima.
00:21:53: Ich persönlich mag sie sehr gerne, aber ich glaube, das ist vielleicht nicht für jeden was.
00:22:00: Was ich sonst auch empfehlen kann im New-Dalt-Bereich und sie schreibt auch Dark Romance ist Ella Dade, also sie hat die Winter Dreams Reihe geschrieben.
00:22:09: Ich weiß nicht, wenn man im Buch Game ist, dann wird einem das ein Begriff sein und das ist halt, ja, das ist auch eine sehr schöne Reihe mit viel Humor, lustigen Witzen und ja.
00:22:24: Du stehst ja Dark Romance relativ kritisch gegenüber.
00:22:27: Ich kann es nachvollziehen, Weronika hat es ja auch schon gesagt, Consent ist eher so wenig bis teilweise gar nicht vorhanden.
00:22:34: Es ist ja offensichtlich trotzdem ein Phänomen.
00:22:36: Also es hat ja so ein bisschen, also von meinem empfinden Herz angefangen mit Fifty Shades of Grey.
00:22:41: Und das hatte ich das Gefühl, war so ein bisschen ein Wegbereiter für dieses ganze Genre.
00:22:46: Wie, was denkst du, woran liegt das, dass das eigentlich doch eine relativ breite Zielgruppe zu haben scheint, weil eigentlich leben wir in Zeiten, in denen immer mehr auf Achtsamkeit zumindest wertgelegt werden sollte.
00:23:00: Und Achtsamkeit ist da jetzt ja nicht so wirklich vorhandenstreckenweise.
00:23:08: Ich glaube, das ist auch wirklich eine Frage, die sich Menschen oft stellen.
00:23:12: Also, ich glaube, entweder versteht man den Hype oder man versteht ihn nicht.
00:23:18: Weil ich habe da öfters mal mit Leuten drüber gesprochen und Die meisten sagen entweder so, oh mein Gott, auf gar keinen Fall.
00:23:26: Und die anderen sagen halt doch ja cool.
00:23:29: Ich hab tatsächlich auch in meiner Story eben noch ganz schnell gefragt, weil ich ja selber halt, wie gesagt, diesen Halb nicht so mega nachvollziehen kann.
00:23:38: Wenn ihr wollt, kann ich einfach mal ganz kurz nachschauen und euch erzählen, was meine Followerinnen so geschrieben haben.
00:23:45: Ja, sehr gerne.
00:23:46: Sehr gerne, sehr spannend.
00:23:49: Live am Podcast.
00:23:54: Also, eine hat zum Beispiel geschrieben, ich kann mir gut vorstellen, dass es so gut ankommt, weil es der Fifty Shades Effekt ist.
00:23:59: Es liest sich sehr heiß und ich glaube, viele wünschen sich das im Bett.
00:24:04: Sie findet es auch ganz erfrischend, wenn es in einem Buch schneller auf den Punkt gebracht wird und es kein seitenlanges Beziehungs hin und her gibt.
00:24:11: Zum Beispiel, das ist, es wäre ja sonst das Gegen, also so in New-Daltbüchern ist es sonst oft so, es geht halt darum, dass die beiden zusammenkommen und dann am Ende gibt es mal eine... Sechs Szene, aber das Buch geht halt eher darum, dass zwei Personen zusammenkommen.
00:24:29: Hier schreibt noch eine, ich glaube tatsächlich, es ist so fernab vom Alltag und von allem, was man kennt, dass man sich so richtig in eine andere Realität träumen kann.
00:24:38: Könnte man meiner Meinung nach auch mit Fantasy, jedoch glaube ich, jedoch sind, glaube ich, so viele Frauen sexuell frustrierend, da deren tiefsten Wünsche und Vorliebe einfach hinter einer Mauer bleiben.
00:24:52: Der hilft Doug Romans halt ein wenig nach im Kopf.
00:24:55: So habe ich es auch vom Umfeld gehört.
00:25:00: Es ist gut, dass das Thema Sex nicht mehr so sehr tabuisiert wird, das finde ich auch auf jeden Fall.
00:25:05: Dadurch ist es aber auch ein bisschen zum Hype geworden und das alles mit Social Media zu teilen, spielt mit Doug Romans eng zusammen.
00:25:15: Ja, also ich kann mir vorstellen, dass es auch schon irgendwo so feministische Aspekte hat, ne?
00:25:20: Dass es so, ja, es ist ein Buch von Frauen für Frauen und Auch eine Frau kann sagen, irgendwie, sie hat die Fantasie vielleicht.
00:25:30: Also ich finde es so abwegig, aber es gibt ja diese Bücher, wo eine Frau vergewaltigt wird und das ist ja dann da.
00:25:38: Und also vielleicht ist es irgendwie was, was sie in der Fantasie ja dann ausleben kann, aber im echten Leben dann auch gar nicht unbedingt wollen würde.
00:25:47: Ja, so dieses, das so Literatur und Kunst.
00:25:53: Sachen darf, die sonst irgendwie nicht okay sind.
00:25:57: Das ist halt so.
00:25:58: ein Raum eröffnet, in dem alles erlaubt ist.
00:26:00: Oder man jeder Idee nachgehen kann, ohne sich den Gefahr zu begeben, tatsächlich.
00:26:09: Ja.
00:26:11: Ich habe dafür mal einen schönen Begriff gelesen, der eigentlich ganz passendes Badewanne-Fantasie war.
00:26:16: Also so das, was man sich vorstellt, wenn man wirklich so, man ist im Bar mit Wasser, es ist Ware meines Beschützens und so weiter.
00:26:21: Man kann sich in so einem geschützten Umfeld Dinge vorstellen, die einen vielleicht irgendwie kicken, die man aber natürlich nicht selber erleben will.
00:26:28: Und das klingt für mich sehr, als ginge das doch relativ stark in diese Richtung.
00:26:32: Und die Umsetzung sofort wäre so parallel mit dieser ganzen Spicy oder Kinky oder Dark Romance Bewegung auch nochmal das Thema Hörbuch extrem hochgegangen.
00:26:49: noch mal beliebter geworden.
00:26:51: Was würdest du denn sagen, Hannah?
00:26:55: Was macht noch mal
00:26:56: ein
00:26:56: Hörbuch noch mal besser als die Geschichte als Buch?
00:27:00: Das ist eine sehr gute Frage.
00:27:02: Also ich glaube, der Konsum ist momentan auch teilweise wirklich nicht unbedingt immer bei der Qualität, sondern auch bei der Quantität.
00:27:12: Also gerade im Neodaltbereich ist Der Markt auch relativ übersättigt und ich merke das bei Bloggingen, die ich dann verfolge oder so, die dann versuchen jedes Buch, was irgendwie neu rausgekommen ist, auch dahinter herzukommen, das auch zu lesen.
00:27:29: Und dann hat man vielleicht nicht die Zeit und hört sich das dann aber an, weil man kann ja ein Hörbuch als auf einer Autofahrt hören.
00:27:37: Da kann man ja kein Buch lesen zum Beispiel oder wenn man putzt oder kocht, also so wie man sonst Podcasts konsumiert natürlich.
00:27:46: Ich könnte mir vorstellen, dass das schon auch ein großer Aspekt ist.
00:27:48: Also ich merke das auch oft bei Bloggenden oder bei Followerinnen von mir, in das die halt Fifty-Fifty machen teilweise, also die lesen.
00:27:57: Und wenn sie dann irgendwie gerade, keine Ahnung, ob sie dann Lust haben, es weiter zu hören lieber, oder dann einfach aufgrund von Zeitmangel oder so zum Hörbuch switchen.
00:28:09: Aber oft gibt es da auch einfach echt so ein Fifty-Fifty-Konsum, das beides konsumiert wird.
00:28:15: Und was ich von Autorinnen viel gehört habe, ist, dass die sagen, wow, wenn du jetzt zum Beispiel mein Hörbuch einsprichst, dann klingt das nochmal voll anders.
00:28:26: Und dann kann ich mich da doch nochmal mehr reinfühlen.
00:28:29: Und vielleicht ist dann der Hörbuchkonsum für Menschen, die das halt gerne auditiv haben.
00:28:36: Also, die das dann nicht nur lesen wollen, sondern auch gerne hören wollen.
00:28:41: Also meinst du... Das könnte ich mir nämlich auch vorstellen, dass sich Leute schon irgendwie vielleicht noch ein bisschen mehr so wegträumen können oder so reinfühlen können, wenn sie es halt vorgelesen bekommen.
00:28:53: Und weil sie sich nicht selber, also nicht selber die Augen anstrengen müssen, um selber zu leben.
00:28:59: Ja.
00:29:00: Ja, das kann ich mir total gut vorstellen.
00:29:02: Also das ist ja auch dann teilweise, also es ist ja so ein bisschen mehr wie Berieselung auch einfach.
00:29:07: Also es ist ja... Man kann sich ja auch vor den Fernseher setzen und sich einfach was anschauen, aber beim Buch ist man ja schon dann noch aktiv oder etwas aktiver dabei.
00:29:17: Und ein Hörbuch, da kann man auch einfach mal komplett abschalten.
00:29:21: Ich glaube, es auch ein Punkt sein könnte.
00:29:23: Ich merke es an mir.
00:29:24: Ich lese unglaublich schnell.
00:29:25: Das liegt auch am Job halt.
00:29:27: Und wenn ich versuche, ein Buch zu lesen, dann verfalle ich zu uns eine Arbeitslesegeschwindigkeit, wenn ich ein Artikel gegen lese.
00:29:33: Und das nervt mich unglaublich.
00:29:35: Also wir rutschen streckenweise Details durch, die wichtig sind für die Atmosphäre von einem Buch.
00:29:39: Aber auch wenn ich mich versuche zusammen zu reisen, ich werde immer schneller und ein Hörbuch ist halt einfach, das ist in der bestimmten Geschwindigkeit.
00:29:46: Und ich glaube, dass das auch nochmal dazu führen kann, dass man ein Buch, wenn es vorgelesen wird, viel bewusster konsumieren kann, als wenn man es wirklich vom Papier liest, sozusagen.
00:29:56: Das ist eine sehr interessante Sichtweise.
00:29:58: Ich kann mir vorstellen, dass Menschen auch unterschiedlich sehen.
00:30:03: Manche sagen, sie würden ein Buch, wenn sie das Buch lesen, bewusster konsumieren als das Hörbuch.
00:30:09: Aber ich finde es auch sehr interessant, dass es bei dir zum Beispiel andersrum ist.
00:30:13: Weil es gibt ja jetzt auch bei Bookbeat und so, es gibt ja, ich weiß gar nicht, darf ich überhaupt so viele Marken nennen, Entschuldigung.
00:30:18: Es gibt ja aber Hörbuchplattformen, kann man ja auch die Geschwindigkeit inzwischen einstellen.
00:30:22: Und das ist auch so ein kleiner, ich sag mal so ein kleiner Running Gag zwischen mir und meinen Followerln, weil die dann manchmal sagen, haha, ich hör das auf anderthalbfacher Geschwindigkeit.
00:30:31: Und dann sage ich so, hey, ich hab da so viel Emotionen reingelegt, ich hab das so extra so und so gemacht.
00:30:39: Ja, also jeder konsumiert das ja auch dann doch wieder anders.
00:30:42: Du
00:30:42: hast gerade von deinen Followerinnung gesprochen und das war eh so eine Frage, die mir schon auf der Zunge brennt.
00:30:47: Gibt es da so eine richtige Community?
00:30:49: Also hast du quasi eine Gruppe von Fans, die dir da auch mal Feedback geben, zum Beispiel diese Geschichte von dir finden?
00:30:58: Ja, also ich würde sagen... Die Community ist Bookstagramm und Booktalk.
00:31:05: Also, ich weiß nicht, ob euch das was sagt, aber das ist auf jeden Fall ein Ding.
00:31:10: Und ich hab damals angefangen, mich im Studio zu filmen, wenn ich Hörbücher eingesprochen habe.
00:31:16: Also größtenteils dann zum Beispiel Newdaltbücher.
00:31:19: Und dadurch hab ich eine kleine Community aufgebaut.
00:31:22: Und das ist richtig schön.
00:31:24: Also, ich krieg da oft Feedback, so, hey, ich hör mir am liebsten Hörbücher an, die du gesprochen hast, oder ... Ich freue mich immer, wenn du das Hörbuch zum Beispiel von meinen Lieblingsautoren sprichst.
00:31:34: Also das sind schon wirklich richtige Mäuse und das ist schon sehr schön, wenn man da auch so einen Austausch gehen kann.
00:31:43: Jetzt bei den Geschichten oder Büchern, die du eingesprochen hast, eine, die dir ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist, die dich vielleicht irgendwie geprägt hat oder so?
00:31:52: Eine gute Frage.
00:31:57: Ja, also ich muss schon sagen, dass viele von diesen New-Daltbüchern mir schöne feministische Ansichten geben konnten, wo ich echt denke, wow, gut, dass wir das haben und gut, dass das heutzutage dann teilweise natürlich auch jüngere Mädchen konsumieren, wo ich mir halt denke, das hätte ich in dem Alter auch mal gebrauchen können.
00:32:23: Das ist schon echt cool, weil das Genre gab es damals noch nicht.
00:32:26: Also, als ich so fünfzehn war, gab es diese Bücher noch nicht.
00:32:30: Und ich glaube, das ist echt gut, dass wir die jetzt haben.
00:32:34: Vor allem, wenn es quasi von Feministinnen, Firmenfeministinnen gemacht ist.
00:32:39: Also, ich glaube, gerade so die Erotikbranche ist ja schon, wie so viele Branchen oder war sehr lange sehr Männer dominiert und ... dann läuft man natürlich Gefahr, dass einem so ein bisschen der Mail-Gaze so auferlegt wird.
00:32:53: Genau.
00:32:54: Und umso schöner, wenn man dann so eine Community schafft, wo sich Leute auch austauschen und ehrliches Feedback geben und vielleicht genau das finden, was ihnen gefällt.
00:33:05: Es gibt natürlich auch schon noch viele Bücher, in denen eher so, ich persönlich sage jetzt mal, schlechtere gesellschaftliche Bilder schon immer noch sehr stark verankert sind, aber ... Es gibt halt wirklich auch viele Bücher, wo es nicht so ist und das finde ich echt toll.
00:33:23: Hast du immer was gehört, ob eines der Bücher, die du eingesprochen hast oder generell vielleicht Bücher aus diesem Genre, dass die irgendeinen Einfluss hatten auf eine Partnerschaft, weil wir hatten ja vorhin darüber gesprochen, dass das durchaus Empowering sein kann oder man zumindest dieses Ideal hat und das macht ja auch was mit einer Frau, wenn sie sowas konsumiert, was sich wiederum auf eine Partnerschaft übertragen kann.
00:33:42: Ist da mal bei dir irgendwas angekommen?
00:33:48: Leider habe ich da keine Erfahrungsstory zugehört bis jetzt.
00:33:54: Ich habe tatsächlich nur gehört von einer Bekannten, die das eher positiv erlebt hat.
00:34:00: Also die eher dann, wo der Freund dann gefragt hat zu, ah, was liest du da und worum geht's da?
00:34:05: Und ach, möchtest du auch, dass ich das mal mach und so in die Richtung?
00:34:09: Also ich glaube, es kann auch einen ganz schönen Effekt haben.
00:34:14: Ja, ja, das glaube ich auch auf jeden Fall.
00:34:16: Also das war auch das, worauf ich hinauswahlte.
00:34:18: Also nicht, dass es negative Auswirkungen hat, sondern wirklich, dass man vielleicht auch in der Beziehung als Frau anders kommunizierte, obwohl ja Frauen dazu erzogen wurden, also früher und mittlerweile wahrscheinlich immer noch erst mal ein bisschen zurückhalten zu sein, viele Dinge hinzunehmen und so weiter und so weiter.
00:34:32: Und ich, das war mein Gedanke, dass es ja durchaus auch eine Wirkung haben kann auf die eigene Kommunikation, wenn man solche Dinge liest zum Beispiel.
00:34:40: Kann ich mir auf jeden Fall vorstellen.
00:34:42: Aber ich hab halt, also hat mir jetzt noch nie jemand, das speziell jetzt geschrieben, aber ich glaube vielleicht kommt das dann auch unter, also ununterbewusst, dass man halt dann diese Sachen, diese Gedanken verinnerlicht und halt eher dieses stärkere Frauenbild dann auch für sich bekommt.
00:35:03: Das war doch ein sehr schöner Gedanke zum Abschluss.
00:35:06: Liebe Hannah, schön, dass du heute da warst.
00:35:08: Wir haben uns sehr gefreut.
00:35:10: Vielen Dank.
00:35:11: Okay, vielen
00:35:12: Dank.
00:35:14: Danke auch von mir.
00:35:15: Das war wirklich super interessant.
00:35:16: Schön, dass du da warst.
00:35:17: Danke.
00:35:18: Und weil uns eine Perspektive nicht ausgereicht hat, haben wir uns noch eine zweite eingeholt und zwar von der lieben Lara von Bloom Stories.
00:35:26: Hallo, Lara.
00:35:27: Hi, Lara.
00:35:28: Schön, dass du da bist.
00:35:30: Magst du uns erst mal kurz erzählen, wer du eigentlich bist und was du machst bei Bloom Stories?
00:35:35: Gerne, ich bin Lara und ich bin seit fast fünf Jahren bei Bloom Stories.
00:35:40: Wir sind eine Plattform für erotische Hörspiele.
00:35:45: Wir haben eine Riesenbibliothek mit Tausenden von Audios, kurz, lang bis zu Hörbüchern, alles mit dabei auf verschiedenen Sprachen, vorwiegend auf Englisch und auf Deutsch, allerdings auch auf Spanisch und auch auf Französisch, falls man Lust auf eine andere Sprache hat.
00:36:00: Und ich leite die Produktion.
00:36:02: Das heißt, ich sorge dafür, dass jede Woche auf Deutsch und auf Englisch neue Folgen rauskommen und Manage die ganzen Sprecherinnen und Sprecher, die mit uns arbeiten, suche auch immer aktiv noch neuen Stimmen.
00:36:15: Und genau, schau dann bzw.
00:36:17: höre mir alle Folgen an.
00:36:19: Und ja, bin immer am Ball, dass die Release rauskommen und die Qualität hoch bleibt, damit unsere hörenden Vergnügen haben.
00:36:31: Genau.
00:36:33: Wie erklärst du dir das generell?
00:36:34: Warum boomt der Audio-Markt gerade bei Frauen und gerade im Bereich Erotik so?
00:36:43: Also geht aber natürlich sofort zum Vergleich.
00:36:46: visuelle Pornos, visuelle Erotik, die für viele Frauen aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht ansprechend ist, ob es jetzt schon Vorurteile sind, die man hat, dass man gar nicht erst da hingeht, um sich das anzuschauen.
00:37:01: Oder weil Frauen einfach grundsätzlich irgendwie nicht so dargestellt werden, wie man es gerne selber möchte und einfach ins Gegenteil der Erotik umkippt.
00:37:11: Und deswegen bietet Audio eine sehr gute Alternative.
00:37:15: Lesen ist ja auch sehr beliebt, vor allen Dingen bei Frauen und Audio.
00:37:21: Geht noch ein Schritt weiter, dass du wirklich über die Stimmen und die Geräusche, die du dann in Hörspielen wie bei uns auch hast, dich noch immersiver auf das Erlebnis einlassen kannst als wenn du es liest und das gerade aus unterschiedlichen Gründen bei Frauen sehr gut ankommt.
00:37:38: Der große Unterschied zwischen uns und jetzt gewöhnlich in Hörspielen, sag ich mal, ist, dass wir bei Bloom Stories natürlich auch den kompletten Akt hören können und ausspielen.
00:37:49: Das heißt unsere Sprecherinnen und Sprecher sollten also nicht nur gut spielen können und so irgendwie auf dieses Level kommen, sondern auch nicht schüchtern sein, dann auch wirklich den Sex zu spielen.
00:38:02: Das heißt, von Schwerbenatmen bis Stöhnen bis zum Höhepunkt ist alles mit dabei.
00:38:08: Und auch Mundgeräusche, das ist so ein ganz eigenes Thema.
00:38:11: Ob es jetzt Küssen ist oder Blowjobs oder Cuny Lingos, das ist noch mal so eine ganz eigene Art, die schnell irgendwie auch ins Übertriebene kippen kann.
00:38:22: Genau, da acht man natürlich auch drauf.
00:38:23: Nach welchen Getarien suchst du denn jemanden?
00:38:25: Also was muss eine Stimme haben, um erotisch zu sein und zu dem zu passen, was ihr herausbringt?
00:38:32: Also ich habe mir natürlich so ein bisschen Gedanken gemacht, weil inzwischen ist das so ein Grundgefühl, was man hat, weil man du klickst auf Play und weißt eigentlich innerhalb weniger Sekunden, ist das was oder ist es nicht.
00:38:44: Das hat natürlich auch ein bisschen was mit dem Schauspiel zu tun, aber vor allen Dingen damit, dass das gespielte authentisch rüber kommt, dass du nicht das Gefühl hast, Es ist aufgesetzt oder es ist wirklich gespielt.
00:38:56: Das ist besonders wichtig bei Audio, denn wir wollen ja die Augen zu machen, hören und uns reinversetzen in die Fantasie.
00:39:03: Und das funktioniert nur über authentisch gespielte Stücke, die wir unseren entsprechenden geben.
00:39:10: Und dann ist es gar nicht mehr so wichtig, ist die Stimme... hoch oder tief, wir wollen ja auch ein bisschen viel Fältigkeit haben, wir wollen auch ein bisschen eine Variation haben, ganz abhängig vom Setting und von der Konstellation der Personen, die in der Story vorkommen.
00:39:27: Genau, das heißt, wir suchen natürlich immer so ein bisschen danach, was haben wir schon, was brauchen wir noch, suchen wir gerade aktiv nach Rollen, die vielleicht ein bisschen älter sind für ein älteres Publikum?
00:39:37: oder haben wir gerade irgendeine heiße Studenten-Story und suchen dafür Charaktere.
00:39:42: Aber was die alle gemeinsam haben, ist, dass sie authentisch spielen und authentisch rüberbringen und auch die Zwischentöne gut spielen.
00:39:52: Dass nicht nur das Gesagte rüberkommt, sondern auch durch kleine Atma und kleine Intonationen die Erotik vermittelt wird.
00:40:01: Das heißt, ihr versucht quasi die Person zu passenden Geschichten zu matchen und umgekehrt?
00:40:08: Teilweise das ja, je nachdem, was wir eben gerade für Skripte haben, dann kommt es öfter vor, dass wir sagen, okay, da brauchen wir jetzt eine bestimmte Klangfarbe, eine bestimmte Tiefe, ein bestimmtes Alter.
00:40:20: Kriegen aber auch sehr, sehr viele Initiativbewerbungen.
00:40:23: Es gibt wirklich super viele Leute, die Lust aufsprechen haben und wir sind ja auch komplett remote.
00:40:27: Das heißt, jeder, jeder, der den Home Studio zu Hause hat, kann sich theoretisch bei uns bewerben.
00:40:33: Und da ist dann natürlich auch... oft was dabei, wo wir uns denken, danach haben wir es nicht aktiv gesucht, aber das ist genau das, was wir jetzt brauchen.
00:40:42: Es ist was, was wir noch nicht haben.
00:40:44: Und es hebt auch die Qualität unserer Stories auf ein neues Level.
00:40:49: Okay, wir können also unterm Strich eigentlich festhalten, dass jede Stimme erotisch sein kann.
00:40:54: Vorausgesetzt, man ist authentisch und das sollte man immer sein.
00:40:58: Und ich finde, es ist ein ganz schöner Erkenntnis, an der man sich festhalten kann.
00:41:01: Und damit verabschieden wir uns von Lara.
00:41:05: Schön, dass du da warst.
00:41:06: und auch von euch da draußen.
00:41:07: Danke, dass ihr wieder zugehört habt und wir hören uns beim nächsten Mal.
00:41:12: Bis zum nächsten Mal, tschüss!
00:41:17: Mehr von uns gibt's auf nordbayern.de und
00:41:21: nn.de.
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